Leinsamen

Leinsamen sind die, je nach Sorte, dunkelbraunen oder gelblich-weißen Samen der Flachspflanze, auch Gemeiner Lein (Linum usitatissimum) genannt. Sie sind tropfenförmig und in ihrem Geschmack leicht nussig.

So unscheinbar diese kleinen Leinsamen auch sein mögen: Sie stellen unserem Körper und unserer Gesundheit ein wahres Bollwerk an Inhaltsstoffen zur Verfügung.

Leinsamen

Mit stattlichen 530 Kalorien, die bei lediglich 100 g Leinsamen anfallen, wird bereits in etwa ein Viertel der im Durschnitt empfohlenen Tageskalorienmenge eines Mannes (bei der Frau ist es noch mehr) gedeckt. Aufgrund seines hohen Fettgehaltes ist Leinsamen reich an Kalorien, wobei mehr als 70 % davon von den „guten Fetten“ gedeckt werden.

Leinsamen sind neben den guten Fetten voll von Vitaminen, Ballaststoffen, Antioxidantien, dem Phytoöstrogen Lignan, Proteinen und Mineralstoffen.

Inhaltsstoffe von Leinsamen

Omega-3-Fettsäuren in Leinsamen

Mit nur zwei Esslöffeln Leinsamen täglich wird die zum täglichen Verzehr empfohlene Menge an Omega-3-Fettsäure bereits überboten! Für Vegetarier und Veganer sind sie die perfekte, pflanzliche Omega-3-Fettsäure-Quelle.

Diese guten Fette benötigt unser Körper für eine optimale Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.

Omega-3-Fettsäuren sind am Aufbau von Nerven- und Gehirnzellen beteiligt.

Weiters konnte empirisch mannigfaltig belegt werden, dass sie dabei hilfreich sind, den Cholesterinspiegel zu senken. V. a. senken sie das sogenannte „schlechte Cholesterin“, das LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein). Dieses kann sich an den Wänden der Herzkranzgefäße festsetzen. Je höher der LDL-Cholesterin-Wert ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Entstehung von Herz- und Gefäßerkrankungen.

Omega-3-Fettsäure hemmen Entzündungen, sie können sogar die Entzündungen bei diversen chronischen Erkrankungen wie bei Arthritis, Asthma, Diabetes, Herzerkrankungen, aber auch bei einigen Arten von Krebs vollkommen heilen. Ein ausgewogener Omega-3-Fettsäure-Verzehr kann außerdem dazu führen, dass das Entstehen diverser Entzündungskrankheiten wie einiger Autoimmunerkrankungen oder Rheuma vollständig verhindert wird.

Gute Fette stellen unserem Körper die höchst konzentrierteste Form der Energiespeicherung zur Verfügung und geben uns ein natürliches Sättigungsgefühl.

Zudem tragen sie Sorge dafür, dass unsere Hormone und Enzyme richtig arbeiten können.

Vitamine

Leinsamen ist ein hervorragender Lieferant von Vitamin E, v. a. von γ-Tocopherol . Zwar ist Vitamin E fester Bestandteil sämtlicher tierischer Zellmembranen, dennoch wird es aber ausschließlich von Pflanzen und Cyanobakterien produziert. Vitamin E schützt die Haut und die Schleimhäute vor der Schädlichkeit freier Radikaler.

Zudem liefert der Leinsamen des Weiteren Thiamin (Vitamin B1), Riboflavin (Vitamin B2), Nikotinsäure (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), Vitamin B6 und Folsäure (Vitamin B9 und B11) aus der Vitamin B-Gruppe. Ein Thiaminmangel kann der Auslöser für zahlreiche Erkrankungen wie Depression, Blutarmut, Störungen des Gedächtnisses, Herzversagen, u. v. m. sein. Folate beispielsweise verhindern, werden sie vor und zu Beginn einer Schwangerschaft eingenommen, eine ganz spezielle Fehlbildung des Embryos, den Neuralrohrdefekt (z. B. Spina bifida oder Anenzephalie). Bei Erwachsenen kann ein solcher Mangel zu einer Anämie führen.

Ballaststoffe

Leinsamen beinhalten reichlich Ballaststoffe, lösliche wie unlösliche.

Die löslichen Ballaststoffe sind, wie ihr Name bereits verrät wasserlöslich. Sie bilden eine gallertartige Masse, welche den Cholesterinspiegel senkt und den Blutzuckerspiegel reguliert. In empirischen Studien konnte belegt werden, dass spezielle Inhaltsstoffe dieser Masse dazu führen, dass der Nahrungsbrei länger im Magen behalten wird. So kann der Körper spezifische Nährstoffe optimal aufnehmen, bevor er den Mageninhalt an den Dünndarm weitergibt.

Die unlöslichen Ballaststoffe schaffen es, den Nahrungsbrei an sich zu binden und transportieren so für den Körper schädigende Stoffe hinaus. Sie tragen zur Stärkung der natürlichen Verdauung bei und bringen dem Menschen ein wohltuendes Sättigungsgefühl. Besonders gebräuchlich und effektiv ist die Anwendung von Leinsamen zur Bekämpfung von Verstopfung.

Antioxidantien

Leinsamen sind voll von Antioxidantien. Davon enthalten sie v. a. viele Polyphenole. Polyphenole zählen zu den besonders effektiven Antioxidantien. Sie wirken krebsvorbeugend und entzündungshemmend, beugen Herzkreislauferkrankungen vor und können eine Insulinresistenz reduzieren.

Phytoöstrogene – Lignane

Phytoöstrogene sind östrogenähnliche Stoffe, die antioxidative Wirkung zeigen. Die Stoffgruppe der Lignane ist eine ihrer Unterklassen. Im Vergleich zu allen anderen pflanzlichen Lignan-Lieferanten besitzt die Hülle der Leinsamen ein Vielfaches dieser Lignane. (Da bei der Leinölherstellung die Hülle wegfällt, befinden sich im Leinöl nur noch sehr wenige Lignane.)

Durch ihre antioxidativen Eigenschaften schützen die Lignane die Zellen und deren Erbgut vor den bedrohlichen freien Radikalen.

Weiters tragen sie dazu bei, das ungesunde und schlechte Cholesterin, das LDL-Cholesterin, zu senken.

Sie verhindern krankhafte Ablagerungen an den Wänden der Blutgefäße (Arteriosklerose – Arterienverkalkung) und arbeiten therapeutisch bei Herzkranzgefäßerkrankungen.

Ihre Effekte auf den Hormonhaushalt sind beeindruckend. Nicht nur, dass sie bei Männern gleichsam helfen und unterstützen wie bei Frauen. Nein, sie gleichen einen Hormonmangel ebenso aus wie einen Überschuss an Hormonen und sorgen so für eine ausgeglichene Balance der Hormone. Lignane verhindern beim Mann eine Entstehung von Prostatakrebs und eine Vergrößerung der Prostata. Bei der Frau wirken sie sich lindernd auf Menstruationsbeschwerden aus und reduzieren die Probleme während der Wechseljahre. Sie steigern die weibliche Fruchtbarkeit und zeigen sich als sehr hilfreich bei der Brustkrebstherapie.

Proteine

Neben Hülsenfrüchten, Soja und Co ist Leinsamen eine v. a. für Veganer hervorragend geeignete Eiweißquelle.

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind anorganische Nährstoffe. Der menschliche Organismus kann sie nicht selbst produzieren. Da sie lebensnotwendig sind, muss der Mensch diese über seine Ernährung aufnehmen. Leinsamen stellen dem Menschen eine breite Palette an Mineralstoffen zur Verfügung. Sie liefern ihm neben Kupfer, Mangan und Magnesium des Weiteren die chemischen Elemente Magnesium, Phosphor und Selen.

Die therapeutische Wirksamkeit von Leinsamen

Die therapeutische Einsetzbarkeit und Wirkung von Leinsamen ist beeindruckend. All die wertvollen Inhaltsstoffe dieser kleinen, unscheinbaren Samenkörnchen helfen beim gesunden Abnehmen ebenso gut wie zur Behandlung von Bluthoch, zur Stabilisierung und Kontrolle des Blutzuckerspiegels, bei der Regulierung des allgemeinen Cholesterinspiegels und der Senkung des schlechten LDL-Cholesterins. Sie verhindern eine Entstehung von Depressionen. Leinsamen wirken heilend und präventiv bei diversen entzündlichen Prozessen, sie verbessern den Blutfluss im Herzkreislaufsystem und verhindern Schädigungen an den Blutgefäßen durch Entzündungen. Leinsamen regulieren den Hormonhaushalt und unterstützen somit v. a. jenen der Frau bei Menstruationsbeschwerden. Sie stärken das Immunsystem und schützen dieses vor schädlichen Viren und Bakterien. Durch ihre entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften helfen Leinsamen dabei, entscheidende Risikofaktoren bei der Entstehung von Krebs einzudämmen (Studien zu Brustkrebs, Dickdarmkrebs und Prostatakrebs konnten diese Wirkung bei regelmäßigem Leinsamenverzehr belegen!). Die Lignane in Leinsamen reduzieren Leberschäden, welche durch regelmäßigen Alkoholkonsum entstehen können. Während ein Leinsamenverzehr in der frühen Schwangerschaft unbedingt vermieden werden sollte, da er vorzeitig Wehen auslösen könnte und somit zu einer Frühgeburt führen könnte, ist er für Frauen ab der 35. Schwangerschaftswoche durchaus ratsam. Er wirkt gegen eine Verstopfung und arbeitet wehenfördernd, geburtsfördernd und geburtserleichternd. Leinsamen regt im Algemeinen die Verdauung an und zeigt sich v. a. bei der Bekämpfung einer Verstopfung als überaus hilfreich. Nur 40 g Leinsamen täglich können diverse Symptome während der Wechseljahre erheblich lindern.

Mögliche Nebenwirkungen von Leinsamen

Um einer möglichen Verstopfung durch Leinsamen vorzubeugen, sollte man stets darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Bei einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme sollte Leinsamen immer nur in Rücksprache mit dem jeweiligen Arzt aufgenommen werden, da dieser die Wirkung der Medikamente beeinflussen könnte.

Auch bei einer Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln wie Baldrian oder Johanniskraut sollte Leinsamen mit Bedacht eingesetzt werden.

Menschen, welche unter einem entzündeten Darm, einem Darmverschluss, einer verengten Speiseröhre, einer Endometriose, Brust-, Eierstock- oder Gebärmutterhals leiden, sollten in jedem Fall mit dem zuständigen Arzt Absprache halten, bevor sie Leinsamen zu sich nehmen.

Schwangere bis zur beginnenden 35. SSW und auch stillende Mütter sollten in dieser Phase generell auf Leinsamen verzichten.

Weiters sollte man mit dem Verzehr von Leinsamen langsam beginnen, da der Organismus zu Beginn von den vielen Ballaststoffen überfordert sein könnte.

Leinsamen
Leinsamenöl

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